Jagd und Naturschutz

Naturschutz ist vereinbar mit einer nachhaltigen, vernünftigen Nutzung natürlicher Ressourcen (vgl. u.a. Konvention über die biologische Vielfalt; Rio 1992). Die Jagd in Deutschland ist am Nachhaltigkeitsprinzip ausgerichtet.

Jagd und Naturschutz sind keine Gegensätze, sondern sind wie zwei Kreise, die sich hinsichtlich gemeinsamer Aufgaben überschneiden (z.B. Biotophege). Jagd unterstützt vielfach Naturschutzstrategien und trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Damit ist eine Bestandsgefährdung einer Wildart durch die Jagd ausgeschlossen. Eine Gefährdung einzelner Wildarten geht aber von einer fortschreitenden Beanspruchung der Landschaft durch den wirtschaftenden und Freizeitmenschen aus.

Jäger und Grundeigentümer sind durch das Bundesjagdgesetz und aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus zur Hege und damit auch zum Schutz der Natur verpflichtet: denn nur vielfältig strukturierte und möglichst naturnahe Lebensräume bieten nicht jagdbaren und jagdbaren Wildtieren sowie einer Vielzahl wildlebender Pflanzenarten optimale Lebensräume. Wenn sie verschwinden oder beeinträchtigt werden, leiden Wild und andere Arten als Teile artenreicher Lebensgemeinschaften gleichermaßen darunter.

a) Naturschutzaktivitäten der Jägerschaft
Das Betätigungsfeld der Jäger im Naturschutz erstreckt sich vom Biotopschutz über die Biotopvernetzung bis hin zu gezielten Artenschutzprogrammen für besonders gefährdete Arten. Die mit viel ehrenamtlichem Einsatz und z.T. mit beträchtlichem finanziellen Aufwand durchgeführten Projekte dienen dem Erhalt einer artenreichen und landschaftstypischen Kulturlandschaft. Es sind Leistungen, die unserer Gesellschaft zugutekommen und auch den Zielen des Übereinkommens der Biologischen Vielfalt entsprechen. Die vielfältigen Naturschutzaktivitäten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene sollten öffentlichkeitswirksam dargestellt werden.

Zur effektiven Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen haben einige Landesjagdverbände eigene NATURLAND- bzw. WILDLAND-Gesellschaften gegründet. Sie erwerben i.d.R. wertvolle und bedrohte Biotopflächen und sorgen zusammen mit örtlichen Jägern, den Grundbesitzern und anderen Naturschützern für deren Erhalt und Pflege. Eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit den Naturschutz- und Forstbehörden sowie den Naturschutzverbänden vor Ort ist dazu unerlässlich.

b) Wildtiermonitoring
Durch ihre flächendeckende Präsenz und ständige Beobachtung in den Revieren liefert die Jägerschaft aber auch wichtige Informationen zur Bestandssituation von Wildtierarten und über den Zustand und die Entwicklung ihrer Lebensräume. Diese aktuellen Informationen sind eine wesentliche Voraussetzung für ein ökologisch fundiertes Nutzungs- und Erhaltungsmanagement.

c) Jagd in Schutzgebieten
Schutzgebiete sind wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft. Sie dienen der Erhaltung und Entwicklung landschaftstypischer und artenreicher Lebensgemeinschaften.
Die Jagdausübung ist in allen Schutzgebietskategorien zulässig, sachlich geboten und ökologisch notwendig.

Übergeordnete Schutzziele können jagdliche Einschränkungen oder Verpflichtungen bedingen. Regelungen zur Ausübung der Jagd in Schutzgebieten müssen aber notwendig, angemessen und nachvollziehbar sein und sich am jeweiligen Schutzzweck, der Art, Größe und Struktur des jeweiligen Schutzgebietes orientieren. Ein Jagdverbot darf nur im Rahmen der Schutzziele in besonders begründeten Ausnahmefällen erfolgen. Schließlich ist eine regelmäßige Überprüfung des Schutzzweckes und eine Kontrolle der Regelungen notwendig.

d) Kooperation mit anderen Naturschutzverbänden
Mit allen Verbänden und Organisationen, die die Zielsetzungen des von der Jägerschaft betriebenen Natur- und Artenschutzes unterstützen, ist die Zusammenarbeit zu suchen.