Jagdarten

Alle in der Bundesrepublik Deutschland für die Jagdausübung zugelassenen und praktizierten Jagdarten sind zeitgemäß, soweit sie waidgerecht durchgeführt werden.

Die waid- und tierschutzgerechte Bejagung von Wild ist ohne brauchbaren Jagdhund nicht möglich. Unabdingbar gilt weiter, daß bei jeder Such-, Drück- oder Treibjagd, bei der Bejagung von Schnepfen und Wasserwild und bei jeder Nachsuche auf Wild brauchbare Jagdhunde in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen bzw. mitgeführt werden müssen.

Einzel- und Gesellschaftsjagd sind gleichrangige Möglichkeiten der Jagdausübung. Beide sind zur Regulation von Wildpopulationen unverzichtbar. Wildarten, örtliche Gegebenheiten, Jahreszeit und gesetzliche Vorgaben bestimmen jeweils die Jagdart und ihre Gestaltung. Bewährte Jagdmethoden und regionale Erfahrungen sind dabei zu bewahren und ggf. fortzuentwickeln.

Gesellschaftsjagden dienen u.a. der zeitlichen Konzentration des Abschusses. Bei Bewegungsjagden, die in der Regel nur einmal pro Jahr in einem Teilgebiet des Reviers stattfinden sollten, sind bevorzugt einzeln jagende Hunde einzusetzen. Diese müssen vom Wesen und Körperbau her geeignet sein. Sie dürfen aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Wesens nicht zu weit jagen und das Wild nicht zu stark bedrängen; das Wild muss sich den Hunden zeitweise entziehen können. Aus Tierschutzgründen müssen im vorhinein Fragen der Wildfolge ebenso geklärt sein wie die Organisation möglicher Nachsuchen. Die fachgerechte Versorgung erlegten Wildes ist stets sicherzustellen.

a) Lockjagd
Die in Deutschland ausgeübten Arten der Lockjagd sind als bewährte Jagdarten zu erhalten. Sie entsprechen den allgemein anerkannten Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit. Dies gilt auch für die Kirrung, eine jagdliche Maßnahme, um mit geringen, nicht regelmäßig gegebenen artgerechten Futtermengen außerhalb fester Fütterungseinrichtungen bestimmte Wildarten anzulocken. Sie dient der Erfüllung des notwendigen Wahlabschusses und ist nicht etwa eine Fütterung zur Arterhaltung.

b) Fangjagd
Das Fangen von Tieren mit Fallen wird von den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen mit den unterschiedlichsten Zielen durchgeführt (Mausefallen, Bisamfang, Fang von streunenden Katzen durch Tierschützer). Die Fangjagd ist eine notwendige, legitime Form der Jagdausübung.

Die in Deutschland vorkommenden Raubwildarten sind vorwiegend nachtaktiv und können deshalb mit der Schusswaffe nicht ausreichend und erfolgreich bejagt werden. Im Interesse des Artenschutzes und der Tierseuchenbekämpfung ist deshalb die Bejagung des Raubwildes mit der Falle unerlässlich. Bedingt durch die ständig zunehmende Besiedlung urbaner Bereiche, insbesondere durch Steinmarder und Fuchs, kommt der arten- und tierschutzgerechten Fangjagd eine immer größere Bedeutung zu. Auf die Fangjagd kann auch zur Erfüllung der Jagdschutzaufgaben gemäß § 23 BJG nicht verzichtet werden.

Nur Fallen, die unversehrt oder sofort tötend fangen, sind zugelassen, zeitgemäß und bei ordnungsgemäßer Handhabung auch tierschutzgerecht. Die erforderliche Sachkunde ist notwendig. Eine Selektion der zu fangenden Tierarten ist möglich. Sie wird erreicht u.a. durch die Wahl des Köders, die Anlage von Fangbunkern sowie die Wahl der Fallenart. Dadurch wird den Belangen des Artenschutzes entsprochen, es werden Unfälle vermieden und den gesetzlichen Schonzeiten Rechnung getragen.

c) Beizjagd
Die Jagd mit Hilfe von Greifen und Falken (Beizjagd) ist eine der ältesten Jagdarten. Sie ist eine besonders naturnahe Jagdart, weil der Beizvogel praktisch in derselben Weise jagt wie der Wildvogel.

Die Beizjagd, zu deren Helfern vorstehende oder stöbernde Jagdhunde sowie das Frettchen gehören, erfordert von dem Falkner ein hohes Maß an Können, das er in einer besonderen gesetzlichen Prüfung nachweisen muss.

Falkner tragen auch zum Erhalt bedrohter Greifvogel- und Falkenarten bei, indem sie nachgezogene Vögel auswildern.