Wild und Wald

Die Art der Waldbewirtschaftung steuert in erheblichem Maß die Qualität des Lebensraumes für die Wildtiere, vor allem das Angebot an Äsung und Deckung. Waldbauliche Verfahren, die den Lebensraum des Wildes verbessern, tragen deshalb auch zur Reduzierung von Wildschäden bei. Um in Gebieten mit ungünstigen Voraussetzungen die Probleme zu entschärfen, müssen alle Waldbesitzer und Revierinhaber eng zusammenarbeiten.

Dabei kommt es besonders auf einen intensiven Gedankenaustausch zwischen Jägern und Förstern an der Basis an. Im Rahmen eines solchen Gedankenaustausches können nachstehende Fragestellungen thematisiert werden:

• Schaffung von Lichtungshieben in Altholzbeständen zur Begünstigung von Naturverjüngungen
• Frühzeitige Durchführung starker Durchforstung zur Förderung der Bodenvegetation
• Anlegung weiter Pflanzverbände bei der Aufforstung von Kahlflächen zur Verzögerung des
Absterbens der Bodenvegetation
• Weitgehender Verzicht auf die Bekämpfung der Schlagflora (z.B. Himbeere) und Erhaltung von
Pionierbaumarten (etwa Erle) in Pflanzungen und Naturverjüngungen
• Anbau und Erhaltung von masttragenden Bäumen
• Offenhalten bestockungsfreier Flächen im und am Wald
• Vornahme von Holzeinschlag im Winterhalbjahr, um dem Wild die Aufnahme von Knospen und
Trieben der gefällten Bäume zu ermöglichen
• Bereitstellung von mindestens 1 % der Holzbodenfläche für die Anlage von Äsungsflächen
• Verzicht auf großflächige Zäune und unverzüglicher Abbau entbehrlich gewordener Zäune zur
Verminderung der Wildkonzentration auf der Restfläche.

Eine auf die verbesserten Äsungs- und Deckungsbedingungen abgestimmte Bejagung des Schalenwildes ist zur Reduzierung von Wildschäden unerlässlich.