Waschbär

Größe: 50 bis 70 cm (je nach Alter und Geschlecht)
Gewicht: 5 bis 6 kg
Paarungszeit: Februar – April
Setzzeit: Juli – August, 1 bis 7 Junge
Lebensraum: Mischwald mit feuchten Niederungen

Die aus Nordamerika importierten Waschbären haben sich bei uns stark vermehrt. Es sind Kleinbären, über deren Gesicht in Augenhöhe ein maskenähnlicher schwarzer Streifen verläuft. Die Tiere gehen nachts auf Nahrungssuche und ernähren sich von Früchten, Kleintieren und Vogeleiern. Ihren Namen haben sie von ihrer Eigenart, dass sie mit den Vorderpfoten in flachen Gewässern hin und hertrappeln, um mit ihren empfindlichen Sensoren Nahrung zu fühlen. Und diese Bewegung sieht aus, als ob das Tier seine Nahrung reinigt. Die Waschbären bevorzugen aber auch Mülltonnen, Gemüsegärten und alles, was ihnen an Kleintieren, sei es Junghase, Fasan oder Rebhuhn, vor die Schnauze kommt. Daher kann die Zunahme der Waschbären fatale Auswirkungen auf unser Niederwild haben.

Der Waschbär ist keine geschützte Art. Er hat es dem Fehlen seiner natürlichen Feinde, dem Luchs und dem Wolf zu verdanken, dass er sich unkontrolliert ausbreiten konnte. Der Waschbär ist vermutlich verantwortlich für den rapiden Rückgang von Wasservögeln (Bleßhuhn, Stockente), Amphibien und Reptilien, da er ein Nesträuber ist. Aber auch bei den Menschen kann der Waschbär, als Wirt für zahlreiche Parasiten und mit dem gefährlichen Waschbärspulwurm, Infektionen auslösen. Deshalb muss sein Bestand reguliert werden. Seit 1958 gehören die Waschbären zu den ganzjährig jagdbaren Tierarten. Trotz intensiver Bejagung, durch Abschuss und artgerechtes Einfangen wurde eine ständige Erweiterung ihres Areals und eine schnelle Verbreitung über ganz Europa nachgewiesen.