Jagd – warum?

Ein schöner Ausflug in Grüne, der Spaziergang über Felder und Wiesen, oder die angenehme Kühle des dichten Waldes im Hochsommer. Wer schätzt das nicht? Und wenn man dann auch noch einige Bewohner dieser schönen Umgebung erblickt, fühlt man sich schnell mit dieser Welt verbunden.

Schade, dass davon nur noch so wenig übrig ist. Stetige Baumaßnahmen, intensive Landwirtschaft und die vielen Erholungssuchenden lassen keinen Raum mehr für Natur. Nicht ohne Grund fährt unsere heutige, zumeist verstädterte Gesellschaft in einen Zoo oder Wildpark, um Kindern die Tierwelt näher zu bringen. Mit der Natur, wie sie früher war, hat das natürlich nicht viel zu tun. Aber sicherer ist es auf jeden Fall.

Schon früher, als die Jagd noch überlebenswichtige Nahrung lieferte, war Sicherheit wichtig. Raubtiere wie Bären oder Wölfe waren gewichtige Konkurrenten bei der Jagd auf das Wild und es war zudem wenig beliebt, auf der Speisekarte dieser Gattungen zu stehen. Nicht, das diese Arten für den Menschen eine ernsthafte Bedrohung dargestellt hätten, aber sicher ist sicher und so mussten sie weg.

Auch heute dürfte es vielen Menschen Unbehagen bereiten, den Wald beim Spaziergang oder Ausritt mit (möglicherweise hungrigen) Bären und Wölfen zu teilen – oder? Und was würde dann in diesem Fall geschehen? Nun, heute haben wir leider nicht mehr die Wahl. Die Eingriffe der Menschen in das natürliche Ökosystem haben dazu geführt, dass die Natur viele Möglichkeiten der Selbstregulation verloren hat.

Viele Aufgaben müssen hier inzwischen vom Menschen übernommen werden, um das Wenige, was verblieben ist, zu erhalten und zu schützen  Damit hat sich auch das Aufgabenbild des Jägers schon lange vom Erleger zum Heger gewandelt. Natürlich wird auch weiterhin der Ruf nach dem Jäger laut, wenn eine Rotte Sauen ein ganzes Mais- oder Kartoffelfeld verwüstet hat, aber die wesentlichen Aufgaben finden sich inzwischen in der Hege und in der Werbung für aktiven Naturschutz. Dabei stehen die Bestrebungen, unserem Wild einen, den Umständen entsprechend akzeptablen Lebensraum zu erhalten, an vorderster Stelle.

Dieser Lebensraum setzt natürlich auch ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Arten voraus. Zudem erscheint es wichtig, dass einzelne Gattungen nicht in Überzahl vorkommen und andere Arten aussterben lassen. Dies ist überall dort möglich, wo der Jäger notfalls auch regulierend eingreifen kann. So gilt die Sorge beispielsweise derzeit bundesweit den Hasen und Rebhühnern, die unter der Last der Füchse und der (übrigens geschützten) Raubvögel kaum noch vertreten sind.

Selbstverständlich sind das nur einige Bestandteile.Viel umfassender finden Sie die Anforderungen, den Aufgaben- und Verantwortungsbereich der heutigen Jagd zusammengefaßt in einem  Regel- und Pflichtenheft.